
Die am häufigsten anzutreffenden Schadensbilder an der Fassade
Beim Wischen mit der Hand bleibt ein kreideartiger Belag zurück. Dies beruht auf dem Bindemittelabbau der Farbbeschichtung oder des Putzes.
Schadensbild
Schadensbehebung
Der Altanstrich hat keine notwendigeWitterungsbeständigkeit mehr. Kreidung mechanisch entfernen reinigen. Entsprechende Grundierung aufbringen und Neubeschichtung mit Dispersions- oder Silikonharzfarbe.





Stark abblätternde Anstriche an gesamter Fassade oder auch nur stellenweise haben ihre Ursache meist darin, daß ein Anstrich mit einer hohen Eigenspannung auf einen ungeeignetem, nicht tragfähigem Untergrund, eingesetzt wurde. Zum Beispiel auf einen stark saugenden Untergrund wurde keine, für die nachfoldende Bechichtung geeignete, Grundierung aufgebracht.
Fassadenfläche mit Dampfstrahl-Hochdruck abstrahlen oder abbeizen. Grundierung der Fläche mit einer für die nachfolgende Beschichtung geeigneten Grundierung vorsteichen, Schlußbeschichtung mit einem wasserabweisenden, diffusionsfähigen Anstrichsystem. Nur dann ist eine Haftung gewährleistet, die abgestimmte Eigenspannung verhindert erneute Rissbildung.
Sackrisse, überwiegend durchgehende Risse, meist bis ca 20cm Länge, mit unterschiedlichen Rissbreiten bis ca 3cm. Hohlstellen im Bereich der Rissflanken sind möglich. Ursache meist zu dicker Putzauftrag in einer Lage, zu starkes Verreiben der Putzoberfläche, Putzauftrag auf ungeeigneten Untergründen.
Sackrisse sind relativ leicht zu sanieren: Prüfung auf einen tragfähigen Untergrund, Rissflanken aufweiten und rabotieren, die Fläche einschließlich der Rissflanken hydrophobieren, Risse mit geeignetem Material verfüllen, mit einem Beschichtungs- System ganzflächig beschichten.
Schrumpfrisse, netzförmig gerissene Fläche mit einem Abstand von ca 20cm. Sie reichen nur in seltenen Fällen bis zum Grundputz. Ursachen können sein: Aufkommen von zu feinem gleichkörnigem Sand in der obersten Putzlage, zu schnelles Abtrocknen des frischen Putzes, zu langes oder zu starkes Verreiben.
Untergrund nach ausreichender Aushärtung vollflächig hydrophobieren, Beschichtung mit einem organisch gebundenem rissüberbrückendem Beschichtungssystem, oder ein mikroporöses, füllendes Beschichtungssystem. Ebenso gut geeignet mit einer gewebearmierter Spachtelung mit anschließend organisch gebundenem oder mineralschem Oberputz.
Schwindrisse erscheinen y-förmig oder netz- förmig wie Schrumpfrisse. Unter Spannung stehende Flächen reißen in sechseckigen Bruchverläufen. Häufig tritt im Bereich der Rissflanken Putzablösung auf.
Zur Schadensbehebung gleicher Vorgang wie unter Schrumpfrissen beschrieben.
Kerbrisse entstehem meistens wenn sehr harte Putzsysteme verwendet wurden, oder keine Diagonalarmierung als Putzbewehrung im Fenstereckbereich ausgeführt wurde. Auch thermische Längenänderung der gesamten Bauwerkskonstruktion verursachen Verformung (Scherenspannung).
Rissflanken mit einer tiefverfestigenden Grundierung imprägnieren. Risse mit kunst- stoffmodifizierten mineralischem Feinmörtel und Systemgewebe schließen. Nachfolgend Schlußbeschichtung mit Deckputz oder einer gefüllten Fassadenfarbe.
Querschubrisse bis ins Mauerwerk hinein, durchgehende Risse meist breit aufklaffend. Sie entstehen durch geologische Setzungen, Bewegungen des Baugrunds, Erdbeben oder Erschütterungen.
Starrer Rissverlauf, Riss aufweiten, Rissflanken tiefenverfestigende Imprägnierung.schließen mit kunststoffmodifiziertem mineralischem Fugenmörtel, Grundputz beidseitig d. Risses ca 20cm abstemmen für Deckputz weitere 5cm abstemmen, Trennlage und Putzträger aufbringen. Schlußbeschichtung in zwei Lagen aufbringen, Struktur angleichen.

Salz- u.Feuchtigkeitsschäden, hygroskopische Feuchtigkeit sichtbar durch Verfärbungen, feuchte Flecken an der Oberfläche. Es bilden sich Ausblühungen, bei denen die Salze flaum- oder krustenartig an der Oberfläche auskristallisiern. Die Folge: der Putz sandet ab und verliert seine Festigkeit, letztlich lösen sich Teile des Putzes ab.
Altputz bis ca 1Meter über der sichtbaren Schadensgrenze abschlagen. Mauerwerk trocknen, mechanisch reinigen oder sandstrahlen. Halbdeckenden Spritzwurf aufbringen, Sanierputzsystem 2-lagig aufbringen, Schluß- beschichtung.
Merke: Vor jeder Neubeschichtung ist neben der fachgerechten Riss- u. Putzsanierung eine Untergrundanalyse erforderlich. Nur so kann das nachfolgende Beschichtungsmaterial optimal abgestimmt werden. Programmierte Schäden bleiben dann aus.


